Achterbahn

Ich mache es mir heute einfach mal sehr leicht. Laura hat auf ihrem Blog einen Text geschrieben, den ich unglaublich gut und komplett passend fand, deswegen klaue ich ihn einfach mal - ich habe natürlich gefragt :-)

 (..)Eine schöne Ablenkung vom Alltag. Einem Alltag der an den meisten Tagen jedoch selbst einer Achterbahn gleicht. Einem Alltag auf den ich mich so lange gefreut habe und einem Alltag von dem ich mir Stabilität erhofft habe, eine Stabilität die immer noch suche.
Wie auf einer Achterbahn wird man erst langsam nach oben gezogen. Die Laune steigt und der Optimismus wird immer größer. Alles ist ein großes Abenteuer, alles scheint machbar. Wenn man dann oben ankommt gibt es immer eine kleine Pause. Man möchte grade anfangen die schöne Aussicht zu genießen, da neigt sich der Waagen langsam über den Abgrund. Es fehlt nur ein letzter kleiner Anstoß. Ein blödes Missgeschick, eine stressige Situation oder eine gut gemeinte Nachricht aus der fernen Heimat. Und plötzlich fällt man. Erst ganz langsam. Ein kalter Kloß bildet sich im Bauch und die kleinste Kleinigkeit kann einen auf die Palme bringen. Dann immer und immer schneller. Das große Ganze geht einem auf die Nerven. Die Straßen sind zu breit, die Autos sind zu langsam und überhaupt ist alles doof. Man fällt weiter und weiter ins Bodenlose. Bis, ja bis man seine Flügel aufspannt. Denn eins ist nicht zu vergessen, die Kunst am Fallen ist das Fliegen. Hin und wieder spannt man seiner Flügel von ganz alleine auf, weil man nicht mehr fallen möchte. Spricht sich selbst den Mut zu, macht sich positive Gedanken und schon greift der Wind unter den Flügeln und reißt einen wieder nach oben. Hin und wieder aber vergisst man zu Fliegen weil man sich viel zu viel aufs Fallen konzentriert. Dann muss von irgendwo ein Anstoß her. Ein par aufmunternde Worte, ein tolles Erlebnis oder einfach ein aufrichtiges “Ich hab dich lieb” kombiniert mit einem strahlenden Kinderlächeln. Und plötzlich fällt einem das Fliegen wieder ein. Der Optimismus kommt zurück und man steigt wieder nach oben. Irgendwann kommt dann der nächste Abhang mit dem nächsten kleinen Anstoß und das ganze geht von vorne los. (..)

Mehr will ich dazu auch gar nicht sagen. Hier kommt ihr zu Lauras Blog. Und nächste Woche bekommt ihr endlich den Halloween Eintrag - ich freue mich schon darauf ihn zu schreiben ! :-) 

Atemlos

Eeeees ist gar nicht so leicht hier doch alles hin zu schreiben, was passiert oder was ich mache. Aber egal, ich gebe mein bestes :D

Ich hab ein super Wochenende hinter mir. Eigentlich war sogar die ganze Woche top.
Montag war Columbus Day - das heisst natürlich Schulfrei. Ich muss sagen, ich weiss nicht wie ich den ganzen Sommer mit allen drei Zuhause überlebt habe, auch wenn ich es total genossen habe, noch einmal etwas größeres mit allen zusammen unternehmen zu können. Weil das Wetter atemberaubend schön war und der Herbst hier einfach ein Traum ist - die Bäume sehen teilweise aus wie angemalt - bin ich mit ihnen in einen Zoo gefahren. Mit Ziegen, Affen, Lamas, Vögeln und allem was man sonst noch irgendwie füttern kann. Wir hatten echt schönen Tag da, von Picknicken bis Fotos mit sämtlichen Tieren machen, jeder hatte irgendwas woran er Spaß hatte und es war echt schön !

Diese Woche stand auch wieder ein Cluster-Meeting auf dem Plan - ein Fussballspiel von einer University. Ich würde euch gerne etwas von dem Spiel erzählen, habe aber leider keine Sekunde aufgepasst weil ich alles andere aufregender fand :-D Aber die Zeit wird hier rückwärts gezählt.
Einen kleinen Intelligenztest gab es natürlich auch noch, Ann-ki und ich wollten eine Brezel holen, haben bezahlt, anstelle von einer zwei bekommen und wollten natürlich sofort ausdiskutieren, dass wir nur eine bestellt haben. Kann ja auch keine zwischen den Zeilen lesen, dass Zwinkern, grinsen und nicken das gleiche aussagen wie "die zweite schenk ich euch."
Sehr cool :-)

Ich würde Halloween gerne in jeden einzelnen Beitrag einpacken, weil es einfach so so so viel mehr ist als ich ohnehin schon erwartet habe, ich warte aber bis November um dann den ganzen November zusammen zu fassen. Ihr habt ja keine Vorstellung wiee verrückt es ist  !


Der eigentlich wichtige Teil war aber mein Sonntag. Ziemlich spontan bin ich mit Laura zu Six Flags in D.C. gefahren, das ist so ein Freizeitpark. Lauras Hostmum war so lieb und hat mir ihren Season-pass ausgeliehen, weswegen wir zum Glück nichts bezahlen mussten :-) Es war unglaublich leer, wir mussten nie anstehen sondern konnten immer einfach durchlaufen, es war perfekt. Nur leider auch sehr kalt, das super Wetter ist jetzt glaube ich langsam vorbei. Aaah da nur eben nebenbei : ich beneide euch noch nicht um den Schnee und finde es super witzig :-D Viel Spaß damit !
Zurück zum Thema, der Park ist super! Alles ist so viel schneller und höher und verrückter als ich es jemals in irgendetwas vergleichbaren Zuhause erlebt habe. Man sitzt nicht nur, sondern liegt auch auf dem Bauch, steht, es hat einfach Spass gemacht.
Die Achterbahnen gibt es auch alle auf Youtube, falls ihr eine Idee davon haben wollt könnt ihr
HIER klicken :-)

Abschließend sind wir Abends noch ins Kino gegangen. Ich kann jedem nur empfehlen, guckt euch the Walk an. Ich will nicht verraten, weil sonst der Effekt vom Film vollkommen verloren geht, es geht aber um einen Seilläufer, der sein Seil zwischen die Türme des World trade Center spannen will. Ich hatte vorher noch nie davon gehört - aber es ist alles genau so passiert und wir haben wirklich mehr als einmal aufgehört zu atmen, weil die Spannung nicht mehr auszuhalten war. Unglaublich gut! Das ist der Trailer :-)

Das war jetzt ein etwas trockener nicht so aufregender Beitrag, ich wollte ihn aber trotzdem machen, weil ich dieses Wochenende einfach richtig glücklich war, auch wenn das super komisch klingt wenn ich mir das jetzt noch einmal durchlese. Es kam wieder eine neue Welle Aupairs und jetzt sind wir diejenigen, die sagen, dass sie schon fast 4 Monate hier sind und alle anderen sagen, dass ihnen das noch so weit weg erscheint. Verrückt.



Deutsch

Ich. kann. nicht. kochen.
Schon ziemlich lange wollte ich für meine Gastfamilie Reibekuchen machen, muss ja jeder mal in seinem Leben probiert haben. Damit das auch einigermaßen klappt, hab ich mir extra das Rezept von meiner Oma schicken lassen.
Angefangen hat der Spaß damit, dass ich keine Küchenwaage gefunden habe und die Kartoffeln mit meiner Kofferwaage abgewogen habe - da hätte ich die ganze Aktion lieber schon abbrechen sollen.
In der Pfanne ist der ganze Kram immer wieder auseinander gefallen, weil ich die Eier vergessen habe.. und im Endeffekt hat der ganze Aufwand nach nichts geschmeckt. Meine Gastfamilie hat aber immer wieder gesagt wie suuuper lecker es doch ist - und so schnell zerstört man das Bild vom deutschen Essen :D

Wenn man für eine längere Zeit in einem anderen Land lebt, fängt man natürlich irgendwann an, alles zu vergleichen und es fallen immer mehr Unterschiede auf. Das muss nicht unbedingt schlecht sein - passiert aber. Und weil das in der letzten Zeit immer mehr vorkommt, wollte ich hier ein paar festhalten.
(Das gilt alles nur für meinen Ort und die Umgebung - natürlich kann das im nächsten Staat schon ganz anders sein)

1. Straßenverkehr:

Langsamer, chaotischer, gefährlicher. Das sind die Wörter, die mir einfallen, wenn ich das Fahrverhalten in Amerika und Deutschland vergleiche.
Zum einen sind die Geschwindigkeitsbegrenzungen hier super niedrig, ich würde super gerne nochmal die 100 km/h knacken - geht aber leider nicht ohne das Speed limit zu überschreiten.
Desweiteren wird grundsätzlich von rechts überholt, bei rot darf rechts abgebogen werden (was ich super cool finde), Rechts vor links gibt es zwar, es gilt aber eher das größere Auto gewinnt und darf fahren und du könntest auch 20 Minuten warten, bis dich ein Ami in seine Spur lässt. Das passiert hier nicht, du musst einfach dreist sein und dich  durch jede noch so kleine Lücke quetschen - witzig finde ich, dass es aber auf der anderen Seite auch nicht verstanden wird, wenn du anhältst, um jemanden rein zu lassen. Das löst nur Verwirrung aus und wird deswegen nicht mehr gemacht.

Achja - und wenn hier an etwas gespart wird, dann ist das definitiv die Straßenbeleuchtung, mit viel Glück kommt auf manchen Strassen alle 300 m eine Laterne.

2. Zahlen :

Ein Unterschied, mit dem ich hier schon echt viele Fehler gemacht habe.
Zum Beispiel wird das Datum hier anders geschrieben. Was bei uns der 11.10.2015 ist wäre hier der 10.11.2015. Es kommt also erst der Monat und dann der Tag - was mich am Anfang echt oft verwirrt hat und ich musste mehr als einmal das aufgeschriebene durchstreichen und neu anfangen.
Zweitens wird hier die eins grundsätzlich nur als Strich gemacht - machst du es anders wird es als sieben aufgefasst und das könnte dir beim Trinkgeld aufschreiben bei einer Rechnung schonmal das Genick brechen.
Und was ich total lustig fand und auf dem Oktoberfest heraus gefunden habe - wir zeigen die Zahlen anders mit den Fingern.
Wie zeigst du "zwei" mit den Fingern? Wie zeigst du "drei" mit den Fingern?
Ich benutze den Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Und damit wird man dann als "nicht-Ami" identifiziert, hier wird nämlich Grundsätzlich der Daumen nur mit gezeigt, wenn alle 5 Finger im Einsatz sein müssen. Ein ziemlich unnötiger Fakt - fand ich aber lustig.

3. Essen

Ich bin immer die einzige am Tisch, die sich ein Messer holt. Wenn es nicht unbedingt sein muss, reicht für die anderen die Gabel und ein Löffel, das Fleisch kann im Notfall auch mal mit der Schere geschnitten werden. Ich weiss von anderen AuPair Mädels, dass es bei ihren Familien genau so ist und finde das witzig, dass sogar so Kleinigkeiten die für mich zuhause vollkommen normal waren in einem anderen Land anders sind.

4. Geld

Das liebe ich hier - so etwas wie 4,99 gibt es nicht. Es wäre 4 $ oder 5 $. Allerdings sind die Steuern nie im Preis auf dem Schild mit inbegriffen und somit kommt an der Kasse doch immer noch ein wenig drauf. Und so gut wie niemand bezahlt hier mit Bargeld - es ist leichter und schneller einfach immer schnell die Karte durch zu ziehen.

5.Post

Ihr kennt doch bestimmt alle diese typisch Amerikanischen Briefkästen mit dem roten Schild an der Seite, das hochgeklappt werden kann. Ich habe immer gedacht, das rote Schild wird hoch geklappt, wenn der Postbote da war, und man erkennt daran, dass man Post hat.
Falsch gedacht - es ist praktisch andersherum und ein ziemlich cooler Unterschied zu Zuhause. Wenn man selber einen Brief zu verschicken hat, macht man ihn wie gewohnt mit Briefmarke und Adresse fertig - dann legt man ihn in den eigenen Briefkasten und klappt das rote Schild hoch. Der Postbote weiss dann, dass er etwas aus dem Briefkasten mitnehmen muss. Spart wieder ein paar Wege :-)


6.Müll

Das ist für heute der letzte Unterschied, den ich aufschreibe. Ich könnte noch 2047949 andere schreiben, aber dass kommt irgendwann anders mal :-)
Ich habe noch nie so viel Müll produziert oder es überhaupt wahrgenommen, wie hier.
Es ist unglaublich, grundsätzlich ALLES ist in Plastik eingepackt, manchmal sogar mehrfach. Alles wird in Zip-Beutel gepackt, fast überall Plastik Geschirr und Besteck benutzt, für fast jeden Gegenstand bekommt man eine eigene Tüte, Pfand gibt es nicht und nichts wird zwei mal benutzt. Eine meiner alten Lehrerinnen würde Wahnsinnig werden.



Ach und zum Abschluss, weil mich das einige schon gefragt haben. Jetzt, wo ich es auch meiner Gastfamilie mitgeteilt habe, kann ich es auch hier öffentlich schreiben - ich werde nicht verlängern. Wenn  ich mich dafür entschieden hätte - dann wäre die Familie der Grund gewesen. Aber alle Mädels mit denen ich hier etwas mache wären dann nicht mehr hier, alle Ereignisse wären nicht mehr neu und mein Zuhause würde sich noch ein weiteres Jahr ohne mich weiter entwickeln - so toll es hier auch ist, ein Jahr ist dafür genug und ich freue mich, in 10 Monaten wieder mit meinem Polo durch mein Wermelskirchen zu fahren :-)
Gute Nacht euch allen!

3/13

Offiziell ist es erst in zwei Tagen so weit, aber ich habe jetzt gerade Zeit und Lust einen Eintrag zu schreiben, also : Wahnsinn, ich bin schon 3 Monate hier. Oder anders gesagt, 1/4 der Zeit in meiner Gastfamilie ist schon rum, die Putzfrauen kommen nur noch 18 x, ich fahr nur noch 11 x in die Bibliothek für neue Bücher. Wenn ich mir die letzten Sachen durchdenke habe ich immer das Gefühl, ich bin übermorgen schon Zuhause, aber 9 Monate (+1 Reisemonat) ist doch schon noch ein Weilchen, in dem ich so viel erleben kann!

Was ist passiert..

Ann-ki und ich waren auf einem Oktoberfest in Washington D.C. Der Eintritt hat einfach mal 25$ gekostet - für diejenigen die kein Bier trinken durften. Um das auch jedem zu zeigen, haben wir zwei fette D's auf die Hand geschrieben bekommen. Wir wollten aber unbedingt sehen, wie die Amis unser Deutsches Fest feiern!
Also sind wir tapfer in unserem Dirndl über das kleine Gelände marschiert, haben Reibekuchen gegessen - das erste deutsche Essen, dass ich hier gar nicht mal sooo schlecht fand :-) und anderen beim Bier trinken zugeguckt. Ein paar Leute hatten sogar Dirndl an - allerdings diese super kurze Karnevals Version mit Strümpfen bis über die Knie. Mein Highlight des Tages war, als das Flieger Lied gespielt wurde - wir waren zwar die einzigen die auf Deutsch mit grölen konnten aber das hat für die 3 Minuten richtig Spaß gemacht und gut getan. Nachdem wir dann 38942 x die Frage beantwortet haben, ob das Oktoberfest bei uns genau so abläuft haben wir uns auf den Weg zum National Harbor gemacht - ich muss zu meiner Schande zugeben, dass das was ich im letzten Eintrag über den National Harbor gesagt hab nicht stimmt, wir waren ganz offensichtlich an der falschen Stelle :-D Riesen groß ist er zwar trotzdem nicht - dafür jetzt aber mein neuer Lieblingsplatz in der D.C. Umgebung, zum sitzen etc ist es da super super schön.


Ich habe mit meiner Gastmama am Samstag aussortiert - und ich bin  sogar super stolz. Ich habe sie schon öfters gefragt, ob wir uns von den 1000 Spielsachen, die von den Kids eh nicht benutzt werden nicht mal verabschieden könnten, sie hat aber immer gesagt, dass sie glaubt, sie werden damit irgendwann wieder spielen oder es wird etwas emotionales damit verbunden. Samstag hat sie mich dann aber gefragt, ob ich ihr beim aussortieren helfen kann und ich dachte, jetzt kommen vielleicht so ein zwei Autos und zwei Bälle weg. Pustekuchen - zwei riesengroße Kisten gehen zum nächsten Gartentrödel und 2 genau so große wandern sofort in den Müll - nach 6 Stunden durch sämtliche Stiftboxen und Kramkisten kämpfen. Im Spielzimmer ist jetzt endlich alles an seinem Platz und man fühlt sich noch viel wohler als ohnehin schon. Der Kampf hat sich gelohnt :-)



Der Herbst ist endlich komplett angekommen und ich musste mich komplett neu einkleiden - bzw ich arbeite noch dran. Es regnet jetzt sehr oft und die täglichen Spielplatz Zeiten sind vorbei. Einigen von euch habe ich ja schon die Ohren voll gejammert, ich hatte eine ziemlich schwere Zeit mit meinem mittleren Gastjungen. Die Kids sind hier von 8:20-15:15 Uhr in der Schule, ich finde, dass das für einen 5 Jährigen zu lange ist. Das hat sich dann natürlich immer mit einer unbeschreiblichen Müdigkeit gezeigt und kombiniert mit Grenzen testen macht dass dann besonders Spaß und ich bin hier den ein oder anderen Tag wirklich durch die Hölle gegangen. Er hat jetzt aber begriffen, was geht und was nicht und wir haben das im Griff.
Und wenn dann abends drei kleine Schlafanzug Monster in dein Bett gekrabbelt kommen, dir einen Kuss auf die Wange sabbern und du das Gute-Nacht-I-Love-You gerede hörst, weisst du, dass du genau da bist, wo du gerade sein solltest :-)

So und zum Abschluss, bevor ich noch 50 andere Themen anreisse, die ich aber lieber in den nächsten Eintrag packe :
An alle die mir gesagt haben "Du kommst doch eh nach 3 Monaten nachhause" - Ich sitze noch hier. Und mir gehts gut ;)



Philadelphia

"Um 6:00 Uhr fahren wir los. Spätestens"
- Pustekuchen. Um 6 haben wir natürlich noch alle im Bett gelegen und uns dann ohne Frühstück auf den Weg zur Union Station in Washington D.C. gemacht, um eine Stunde später unseren Bus nach Philadelphia zu erwischen. Der Bahnhof ist übrigens super schön, um einiges besser als die Station, an der ich vor 3 Monaten von meinen Gasteltern abgeholt wurde.
Nach ganz viel Kaffee und einem nicht wirklich guten Bagel sind wir dann in unseren Bus gestiegen -  mit Wlan und Tisch, die 3,5 Stunden Fahrt waren also wirklich gut ertragbar.
Natürlich haben wir gedacht, dass wir an einer ganz anderen Ecke der Stadt raus gelassen werden und mussten uns durchfragen, bis wir in der richtigen Metro zu unserem Hostel waren.

Als wir das dann erreicht haben, waren wir um ehrlich zu sein eeeetwas voreingenommen.

"Hast du den Film Hostel gesehen?"
"Nein, warum?"
"Die werden alle umgebracht. Könnte hier spielen"
"Super. Danke."

Regel Nummer eins : Schuhe werden sofort ausgezogen und in das Regal gestellt.
Im Nachhinein muss ich zugeben, es war ein super preisgünstiger, cooler Platz zum unterkommen, alle waren jung, nett und offen! Würde ich jederzeit wieder buchen :-)

Nach einem langen langen langen Mittagsschlaf (wofür fährt man auch sonst auf einen Wochenendtrip..) ging es los zum Sightseeing. Alles wieder zu geben wäre für euch relativ uninteressant, also halte ich es kurz :
Wir haben die Liberty Bell besucht, 7638357 Fotos vor dem LOVE sign gemacht und sind natürlich auch die Rocky Steps hoch gerannt - Mimmi und Annki mit dem original Song aus dem Film, ich musste es zu Eye of the Tiger machen, die mitgegebene To Do Liste aus Deutschland  (Danke nochmals, Nele Dana und Möhre)  erlaubt keine Ausnahmen. Es war super lustig, keiner hat sich für das Museum am Ende der Treppe interessiert, jeder ist nur mit Musik hochgerannt, hat ein Beweisfoto gemacht und sich wieder verabschiedet. So motiviert man Touristen zum Sport ;)

Philadelphia ist verwirrend. Du steigst aus der Bahn, bist in einem wunderschönen, altmodischen Ort. Dann gehst du 3 Minuten - Ghetto. Kannst keinen Schritt machen ohne nach Geld gefragt oder mit irgendwelchen Verschwörungstheorien angebrüllt zu werden.
Nochmal 3 Minuten laufen und du stehst mitten zwischen riesigen modernen Gebäuden, Springbrunnen mit grünem Wasser und Salsa tanzenden Menschen. Ein Wochenende hat komplett gereicht - aber ich hatte wiedermal genau die richtigen Mädels an meiner Seite und es war unglaublich lustig. Wir hatten keine Probleme, dass irgendjemand etwas anderes machen oder auch nicht machen wollte - hat alles gepasst! Wir sind Sonntag heile und pünktlich in D.C. angekommen und es ist ausnahmsweise alles reibungslos gelaufen.
Noch ein Staat, der abgehakt werden kann :-)

Achja, bevor ich das vergesse: Der Papst kommt diese Woche nach Philadelphia. Das sein Gesicht nicht in deinen Kaffe gemalt wurde war alles, überall hingen Plakate und Fotos und Banner. Strassen waren gesperrt, Gerüste wurden aufgebaut - alle waren komplett aus dem Häusschen.
Gestern war er in Washington D.C. - ohne Banner, ohne Plakate. Verrückt :-)






Thanks for the Pictures Mimmi 

Routine // Geld // HERBST !!

EENDLICH!! Es kühlt endlich runter und man rennt nicht mehr gegen die 30 ° heisse Wand, wenn man die Haustüre verlässt. Ich mag den Herbst so viel mehr und der kommt hier jetzt auch langsam an.
Weil ich aber so unmenschlich-dumm-gut gepackt habe, habe ich natürlich absolut nichts zum anziehen für die kälteren Tage, abgesehen von ein paar Hosen und ganzen 2 langärmeligen Oberteilen - als ich hier angekommen bin hätte mir das den perfekten Grund zum shoppen geliefert.
Hätte.
Ich wusste, dass der Zeitpunkt kommt, an dem ich anfangen muss für den Reisemonat am Ende des Jahres zu sparen - ich hab mir aber gewünscht, dass ich das irgendwie raus zögern kann :-D
Geht natürlich nicht, bis Januar/Februar sollte ich dann doch das Geld zusammen haben, damit wir alles buchen können und nicht 2937 last Minute Flüge organisieren müssen. Wir wollen auf jeden Fall nach Seattle, San Francisco, LA und Florida, den Rest haben wir noch nicht ganz geplant. Chicago und Boston wollen wir noch während unseres Jahres schaffen und lassen das dann da aus.

Bevor ich mit dem sparen anfange muss ich aber noch in etwas anderes investieren.. Es kann sein dass mir diese Woche eventuell mein Handy runter gefallen ist und ein biiiisschen kaputt ist .. ich weiss das besonders mein Papa mich dafür jetzt am liebsten eine persönliche "Pass besser auf deinen Kram auf" Rede halten würde, jetzt ist das aber leider zu spät und das ist auch nicht nötig, ich hätte mich dafür schon selber am liebsten 6x ausgelacht und eingesperrt und muss da jetzt nunmal auch buchstäblich unnötiger Weis für bezahlen. Klasse, oder?



"Du bist so süß wie eine Robbe und so warm wie das Wasser!
Ich liebe dich!" - Lag diese Woche auf meinem Bett und hat
mich wirklich unglaublich gefreut! 
Naja, jedenfalls hat die Schule und der Kindergarten angefangen und ich habe nur noch meinen kleinen, die beiden anderen hole ich um 3:15 von der Schule ab, die zu Fuß nur 5 Minuten entfernt ist. Die Kinder hier könnten auch unmittelbar neben der Schule wohnen, die Eltern würden sie auch dann bis vor die Eingangstür bringen und warten, bis sie wirklich im Gebäude angekommen sind, während in Deutschland soweit ich weiß fast jeder alleine läuft. Ist halt anders :-)
Ich habe jetzt eine richtige Routine im Tag und muss nicht mehr so viele Aktivitäten Planen.
Man hat viel mehr Zeit sich mit dem einem Kind zu beschäftigen und ich bin auch endlich deutlich entspannter.

Am Wochenende geht es, nachdem wir Freitag ins Kino gehen werden, endlich nach Philadelphia, ich freue mich ziemlich :-)
Die Schultüten sind übrigens super gut angekommen und sowohl Kinder als auch Eltern haben sich super gefreut - es war also wert, sich die Finger zu verbrennen ! Das nächste Projekt wird ein Halloween Countdown, den mach ich aber mit den Kindern zusammen, die Amis sind nämlich jetzt schon ganz nervös wegen dem bevorstehenden Event, dass noch über einen Monat entfernt ist, da schreibe ich aber ein anderes Mal drüber.

Eine ganz liebe Umarmung !




Ach und mir wurde gesagt, dass ihr das Urlaubsvideo in Deutschland nicht sehen könnt - ich arbeite dran und suche nach einem passenden Lied, dass nicht gesperrt wird :-D ich melde mich, wenn ich fertig bin :-) 

2/13

Der zweite Monat ist um - ich kann gar nicht glauben, dass es jetzt doch schon so lange ist das ich alle am Flughafen verabschiedet habe und nach New York geflogen bin. Und in diesen zwei Monaten habe ich schon 5 Staaten besucht, viele tolle Leute kennen gelernt, natürlich eine Menge gekauft .. und unglaublich tolle Erfahrungen gesammelt.
Allgemein habe ich bis Weihnachten so viel Programm, dass das erste halbe Jahr schneller verfliegen wird als es mir vielleicht lieb ist und es dann schon Halbzeit heisst. Aber anstatt über das zu reden, was noch kommt zeige ich euch lieber, was zu den Erfahrungen gehört.

1.: Die Sommerferien sind endlich vorbei. Das heisst für die Kinder geht es wieder in die Schule und für mich bedeutet das deutlich weniger Arbeit. Ich habe tagsüber nur noch meinen jüngsten, bis ich die Kids dann Nachmittags wieder aus der Schule abhole und meine Arbeitszeit schon fast rum ist. Ich bin für die ersten zwei Monate super froh, dass ich so viel Zeit mit allen dreien verbracht habe, dadurch konnten wir das unbeschreiblich schöne Verhältnis aufbauen, dass wir jetzt haben. Aber irgendwann ist es auch wirklich schön, nicht mehr von 6:15 - 17:30 durchgehend gefordert zu werden :D
Meine große kommt in die zweite Klasse, mein kleinster kommt in den Kindergarten und mein mittlerer wird eingeschult. Die Familie kommt, es wird ein ganz besonderer Tag für ihn - leider nein. Es ist hier nicht so eine große Sache, eingeschult zu werden, wie ich dass von zuhause kenne. Die Eltern gehen zwar später zur Arbeit, um ihn zur Schule zu bringen, das war es aber auch.
Jeder bekommt ein Disney Hörspiel, ein kleines Paket Kreide,
eine kleine Snack-Box mit Cracker und natürlich Süßes :-) 
Ich finde aber die Deutsche Tradition mit den Schultüten so süß, dass ich das unbedingt machen wollte und gedacht habe, ich kann ja einfach mal 3 Stück basteln (ich wollte, dass jeder eine bekommt, weil es für alle ein neuer Start ist und ich keinen aussen vor lassen wollte). Einfach. Habe ich gedacht. Nach 2 Wochen schnibbeln und 365 Brandblasen von der Heißklebepistole war ich dann endlich fertig und habe beschlossen, dass ich den ganzen Spaß erst wiederholen werde, wenn ich selber Kinder habe. Es war doch mehr Arbeit als gedacht. Aber ich bin zufrieden mit dem Ergebnis und hoffe, sie freuen sich am Dienstag :-)

Die mittlere ist größer - weil es nunmal für die richtige Einschulung gedacht ist.



2: Gestern hatten wir den Color Run. Um ehrlich zu sein .. es war mehr ein Color Walk für uns. Es gab einfach zu viel zu erzählen um dabei zu laufen und natürlich sind Ann-ki und ich morgens viel viel zu spät los gefahren um noch Zeit für ein Frühstück einzuplanen - der Lauf war nämlich schon um 9 Uhr morgens. Die Bahn hat auch länger gebraucht als geplant, das Fußgänger Navi hat uns einen totalen Umweg laufen lassen und wir mussten erst einmal den richtigen Weg finden, ich glaube ich muss hier einfach jeden Tag irgend ein Problem haben, sonst wäre es nicht ich.
Es hat aber total viel Spaß gemacht, die Musik im Anschluss war super gut und wir waren von oben bis unten voll mit Farbe, genau wie es sein sollte. Auf dem Nachhauseweg wurden wir angelacht, angesprochen und in der Bahn haben auch manche ein Foto gemacht, ich habe immer noch das Gefühl ich habe die Farbe in den Ohren. Aber das war es vollkommen wert !

.. und ja ich habe eine Hose an, habe das Tshirt aber schlauer weise in L genommen, deswegen sieht man die nicht.









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Natürlich gehört zu den Erfahrungen hier auch Heimweh. Davon bin ich bis letzte Woche verschont geblieben - und dann kam Matinee und 1 Mio Nachrichten und Fotos von zuhause, mit allen Freunden, jeder erzählt dir wen er wann wo getroffen hat, wer mit meiner Mama gequatscht hat oder Sprachnachrichten von Schlagern. Und da ging es dann bei mir auch los und mir ging es nicht wirklich gut. Die Laune hat sich natürlich auch auf die Kinder übertragen, was das ganze zu einer doppelt schweren Woche gemacht hat. Ich hab hier aber zum Glück Ann-ki, die immer genau das gleiche zu genau der gleichen Zeit durchmacht ( das Mädchen mit den wunderschönen Zähnen auf dem letzten Bild) und das hat das ganze hier dann doch erträglich gemacht. Auf einmal fühlt man sich nicht gemocht, nicht wert geschätzt und vor allem unglaublich alleine -  jetzt geht es mir wieder gut und ich weiss, dass alles was ich mir die Woche über gedacht habe, totaler Schwachsinn war. Aber auch das gehört dazu, und ich wusste dass das kommen wird :-)


Das war es mit meinem Bericht bis jetzt - ich melde mich sobald ich wieder kann, ab jetzt habe ich mehr Zeit und Ruhe :-)

Ihr fehlt mir, ich denke an euch !