Black Friday // Dezember // 5/13 // zu viel auf einmal

Ich sitze gerade auf meinem Bett, der kleine schläft, die großen sind in der Schule.

In ca 4 Stunden fahre ich los und ich war fast noch nie in meinem Leben so aufgeregt und hibbelig  - wohin sage ich am Ende :-)
Ja, es ist schon wieder viel zu lange her, seit ich das letzte Mal geschrieben habe und ja, das sage ich jedes Mal.
Ich fange am besten einfach mal da an, wo ich letztes Mal aufgehört habe - Thanks giving.

Nachdem wir uns alle absolut überfressen - anders kann man das nicht nennen - haben, hat mich um 19:00 eine AuPair-freundin abgeholt, um in die Mall zu fahren. Vorher hab ich von allen Menschen gehört, es wäre wahnsinnig, in der Black Friday Nacht Shoppen zu gehen, aber man müsse es auf jeden Fall einmal erlebt haben.
Wer nicht weiss, was das ist : Am Black Friday - also dem Freitag nach Thanks giving - wird die Weihnachtsshopping zeit eingeläutet, d.h. in dieser Zeit machen alle Geschäfte die stärksten Umsätze des Jahres. Und um das zu feiern gibt es an diesem Tag die unglaublichsten Rabatte - damit es auch richtig Spass macht, fängt das ganze am Vorabend an und läuft die ganze Nacht bis zum Freitag Abend durch.

Was soll ich sagen .. wäre ich nicht gegangen, hätte ich absolut etwas verpasst ! Es war so verrückt, die Mall war voll mit Menschen, Regale waren komplett leer gekauft und vor noch geschlossenen Läden waren Schlangen mit bestimmt 200 Menschen angesammelt, weil die ersten Kunden immer die Chance auf einen Gutschein für diese Nacht hatten. Für ein paar Teile war es für mich auch ganz cool, ich glaube aber, dass man die riesigen Schnäppchen in der Nacht eher mit elektronischen Sachen ergattert.

Mein Highlight war aber, dass sogar die Schaufensterpuppen ausgezogen wurden, wenn das gewünschte Teil nicht mehr im Laden hing. Streitereien, Tränen, Freude, Rennen, Liegen vor Erschöpfung und sehr sehr sehr sehr sehr viel Kaffee - ich habe in der Nacht wirklich alles gesehen und war froh, als ich um 3:00 Morgens  doch endlich im Bett lag.





















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Der Dezember hat angefangen ! D.h. die Amis konnten sofort weitermachen, mit ihrem Deko-Zwang und in der selben Nacht haben die, die nicht shoppen waren, fleissig an ihren Vorgärten gearbeitet. Jetzt glitzert, blinkt, funkelt und wackelt es überall. Aber mir gefällt es total gut, obwohl es natürlich wieder viel zu viel ist. Für die Kids und meine Gasteltern habe ich einen Adventskalender gemacht  - das ist hier nicht so bekannt, kommt aber langsam auch. Sie haben sich jedenfalls riesig gefreut und es gab bis jetzt auch noch keinen Streit darum - die Kinder teilen sich ihren nämlich und müssen deswegen immer 3 Tage warten, bis sie wieder an der Reihe sind.

Am 06.Dezember ist natürlich auch der Nikolaus aus Deutschland eingeflogen und hat Kinder und Eltern mit Süßigkeiten und einem gemeinschaftsspiel begrüßt - die Tradition ist hier auch unbekannt, aber meine Vorgängerin hat das in unserer Gastfamilie schon erfolgreich eingeführt und es war super schön, morgens von dem glücklichen Geschrei geweckt zu werden - ausnahmsweise :-)

Zum Schluss gibt es noch eins: ein rieeesen Dankeschön ein 4 Menschen/Gruppen da draussen:

Einmal Mimmi, das Schwedische AuPair in meiner Nachbarschaft, sie versucht hier auch immer mit zu lesen: Thank you so so so so much for the awesome "Adventskalender", I am so excited to open the little gifts every morning ! Hugs :*

Zum Zweiten an meine Mama : Danke auch an dich für den liebevollsten Adventskalender der Welt, es sind genau die richtigen Sachen drinnen und ich freue mich so so sehr ! Auch wenn die Angst bleibt, dass er mir irgendwann Nachts auf den Kopf kracht. :-) / ( Er hängt über meinem Bett und die meisten Sachen sind nicht wirklich leicht)

Drittens an meine Tante Iris für das super süße unerwartete Paket mit den ganzen Kraft-machern!!!

Und das vierte und letzte geht an meine Katt-Menschen (mein alter Arbeitsplatz zuhause im Kinderbereich) : JA ich habe das Glück, jeden Morgen 3 Türchen öffnen zu dürfen,  vielen vielen vielen Dank an euch !! Ich muss so lachen, wenn ich die Sachen sehe, die die Kids ausgesucht haben
und ich bin jetzt stolze Besitzerin einer Knicklichter-brille, Herzluftballons, eines Türstoppers, eines Kochhandschuhs und noch vielem mehr. Danke dafür, ihr seid die besten und ihr fehlt mir so sehr :-)

So und jetzt muss ich mich auf den Weg machen um die großen abzuholen, zuhause abzuliefern und dann kann ich loslegen.. und während ich das schreibe kribbelt es wirklich überall - ich fahre zum Flughafen um meine Schwester abzuholen. Ich bin so aufgeregt und freue mich so sehr auf die gemeinsame Zeit! Da sie das jetzt eh nicht mehr lesen wird : am Montag fahren wir zusammen nach New York um ihre alte Gastfamilie zu besuchen, das weiss sie allerdings noch nicht :-)

Ich werde sehr wahrscheinlich keine Zeit haben, bis nächstes Jahr etwas zu schreiben, weil ich einfach die Zeit mit Vanessa und Anna ( kommt am 27.12 - wuhuu) komplett genießen möchte.
Also wünsche ich euch jetzt schonmal frohe Weihnachten, einen guten Rutsch ins Neue Jahr und sage nochmal DANKE an jeden einzelnen der mich hier unterstützt und an mich geglaubt hat !:)

Eure Rebecca

Thanksgiving

Zuerst, es tut mir leid, dass ich hier nicht mehr so regelmässig schreibe. Ich bin jetzt aber fast 5 Monate hier und es hat sich wirklich eine Routine entwickelt und fast alles ist einfach zum normalen Alltag geworden und das ein oder andere Mal vergisst man sogar, dass man gerade in Amerika ist. Und das ist alles wirklich nicht erzählenswert - was aber keinesfalls bedeutet, dass ich mich hier langweile, ganz im Gegenteil :-)

Gestern war aber wieder etwas Besonderes! Thankgiving stand an. Und damit auch die Anreise der gesamten Familie meines Gastvaters - das Haus war voll! Aber dazu später.
Ich weiss gar nicht, wie lange es schon her ist, dass meine Gastmutter mit mir darüber geredet hat, dass sie den Truthahn schon bestellt hat. Ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass das schon mindestens einen Monat her ist. Die Vorbereitung auf diesen Tag hat also bei allen Familien sehr sehr früh angefangen - inklusive Einladungen, Einkäufen und Dekorationen im und am Haus.

Am eigentlichen Tag musste ich nicht arbeiten und hätte deswegen endlich länger als 6:00 schlafen können :) Allerdings haben meine Gastkinder keine andere Wahl gehabt, als um 6:10 in mein Zimmer zu stürmen, und mir ganz aufgeregt zu erklären, dass sie die Pfeifenreiniger auf dem Regal zum basteln nicht erreichen können - was braucht man auch sonst, bevor die Sonne aufgeht.
Oben in der Küche hat das Auf- und Umräumen für die ganzen Leute schon angefangen, da um 15:00 alles fertig sein sollte. Bevor ich aber irgendjemandem einen guten Morgen wünschen konnte bin ich in diesen .. wunderschönen, gigantischen, nackten Truthahn rein gelaufen.
Ich habe schon in mehreren Serien gesehen, dass sich Menschen dieses Dingen auf den Kopf gesteckt haben - als ich das dann vor mir gesehen habe hätte man mich im Leben nicht dazu bekommen !




Der Tag bestand für mich dann daraus, 3 x zum Laden zu fahren um vergessene Sachen zu kaufen - witzig fand ich, dass da alle Einkäufer ca in meinem Alter waren und mit dem Zettel von Mama rum gerannt sind - 2 Säcke Kartoffeln zu schälen und bei anderen Kleinigkeiten zu helfen, bis dann die Familie ankam.
Was soll ich sagen, alle waren unsagbar nett, ha
ben sich total für alles Interessiert und mich über Deutschland und meine Erfahrungen in Amerika ausgefragt. Die Frage, die jedes Mal aufkommt, wenn ich einen neuen Amerikaner treffe, ist : "Und was magst du nicht an Amerika?"
Ich hab angefangen, darauf ganz ehrlich zu antworten und sie finden es meistens immer alle lustig und stimmen oft sogar zu. Das Haus war also voll mit Kindern und Erwachsenen und es war der perfekte Trubel. Was allerdings wirklich der Höhepunkt an dem Tag war, war tatsächlich das Essen.
Ich hätte euch gerne vorher ein Foto gemacht, wäre ich allerdings noch los geflitzt um mein Handy zu holen, wäre wahrscheinlich nichts mehr übrig geblieben :D Aber der Kampf kenne ich ja von Weihnachten. Ich kann gar nicht beschreiben, wie gut das alles geschmeckt hat! Wirklich, alles. Meine Gastmutter ist eine begnadete Köchin und hat alles selbe gemacht. Ich freue mich schon auf das Reste essen :-)

Ich weiss, es sieht sieht auf dem Foto echt nicht lecker aus.
War es aber und ich kann gar nicht beschreiben, wie lecker ! 
Was mir jedoch leider nicht so gut gefallen hat, war zum einen, das sämtliches Geschirr aus Plastik war. Becher, Besteck und Teller - ich verstehe, dass das eine unglaubliche Aufräum-Zeit spart, ich finde aber immer, das ein schön Gedeckter Tisch wirklich einiges mehr her macht, habe aber von allen größeren Familienessen hier gehört, dass es dort genau so ablief. Das zweite war, ich kenne es nur so, dass jeder etwas zu Essen nimmt und alle warten, bis man gemeinsam am Tisch sitzt, um gemeinsam anzufangen. Gestern war es aber eher so, dass sich jeder einen Teller gemacht hat und wer zuerst gesessen hat, hat auch sofort gegessen. Wenn man fertig war, wurde abgeräumt und man hat sich wieder wo anders hin bewegt - unabhängig davon, ob jemand anderes gerade erst begonnen hat. Ich finde, dadurch blieb die Wertschätzung für die Arbeit meiner Gastmutter irgendwie ein bisschen aus - aber das schien für alle normal und  ist dann wohl so. Ich für meinen Teil fand den Tag wirklich perfekt, habe tolle neue Menschen kennen gelernt und mich wirklich als Teil der Familie gefühlt.


Und um 7 Uhr ging es dann sofort weiter in eine Mall, da das Black Friday shoppen los ging - so etwas verrücktes habe ich noch NIE erlebt .. das erzähle ich aber in einem anderen Beitrag !

Halloween



Eeeees war soweit :-)
Ich muss sagen, in den letzten Tagen vor Halloween ging es hier wirklich richtig los. In allen Supermärkten gab es Süßigkeiten in sämtlichen Geschmacksrichtungen und Formen, du konntest Kunstblut in 5 Liter Flaschen kaufen und das einzige Gesprächsthema waren die Kostüme und Dekorationen.

Meine Kids waren in diese Aufregung natürlich total involviert. Nachdem ich schon seit Mitte September täglich gefragt wurde, wie viele Tage es noch sind, habe ich mit ihnen einen Halloween Countdown gebastelt, von dem sie jeden Tag einen Geist abnehmen konnten.. das hat die Vorfreude nicht nur für sie gesteigert, ich habe mich auch ziemlich auf diesen Tag gefreut!
Es wird einem aber auch nicht schwer gemacht, in die richtige Stimmung zu kommen. Leute, so viel Dekoration an einzelnen Häusern habe ich in meinem Leben vorher noch nicht gesehen ! Da konnten teilweise nichtmal die Schaufenster an Weihnachten mithalten. Ganze Häuser wurden in riesige Piratenschiffe oder Friedhöfe verwandelt, du wurdest von irgendwelchen beweglichen Puppen und Katzen am Gehsteig angesprungen und alles war beleuchtet. Ich war überwältigt und schockiert :D



Der eigentliche Tag hat dann ganz umspektakulär angefangen, ich habe ausgeschlafen, gefrühstückt, mein mittlerer hatte am Morgen noch ein Baseball-game und ich hatte nichts zutun und hab mich ins Gym bewegt. Und ab ca 16:00 ging es dann langsam los. Die Beleuchtung und Dekoration an den Häusern hat sich innerhalb von ca 30 Minuten sozusagen verdoppelt, einfach aus Neugierde bin ich auf dem Rückweg an einem Halloween-Laden vorbei gefahren und der ist fast aus allen Nähten geplatzt. Fand ich lustig :)
Zuhause bin ich dann schnell in mein Dirndl gesprungen und hab mich geschminkt, mit Ollie noch 3 Puzzle gemacht weil die Zeit bis wir endlich los gehen konnten natürlich vieeeel zu langsam vergangen ist. Das hat mich unglaublich an meine Schwester und mich an Sankt Martin erinnert !
Als es dann raus auf die Straße gingen liefen wir einfach von Haus zu Haus, an jeder Tür wurde "Trick or Treat" gesagt, süßes eingesackt und weiter gerannt. Aber die Kostüme von den ganzen Kids waren wirklich super süß. Von Cupcake-Mädchen über Ritter bis hin zu kleinen Schneemännern war alles dabei.Und das muss man wirklich einmal erlebt haben :-)

Wir haben uns seit 5 Wochen den Kopf darüber zerbrochen, was wir an dem Abend als Minderjährige machen können.  Nach ewig langem hin und her haben wir uns dann wie 303984 andere AuPair aus der Umgebung dazu entschieden , nach Georgetown zu fahren und einfach abzuwarten was auf uns zukommt - wovon uns jeder Erwachsene abgeraten hat, da es ein einfaches Chaos sein soll.
 Ich habe mich dann also auf den Weg zu Annki gemacht um sie abzuholen, wir sind noch kurz durch ihre Strasse gelaufen in der einfach mal verschiedene Grusel-Landschaften zum durchlaufen aufgebaut waren und 365% mehr Trubel war. Zurück bei mir haben wir uns super schnell fertig gemacht und wollten sofort los. Draussen sind wir in meine Nachbarn rein gelaufen und wurden eingeladen uns mit ihnen an's Feuer zu setzen und ein paar Bier zu trinken - und ja was soll ich sagen viel weiter sind wir an dem Abend auch nicht gekommen :D Es war einfach so lustig und hat so viel Spaß gemacht, dass der Satz "in 15 Minuten rufen wir uns ein Taxi" ca 365 mal gesagt wurde und es im Endeffekt keiner gemacht hat. Es war ganz anders als geplant aber unglaublich toll ! Ich hatte einen richtig genialen Abend. In der Nacht wurde übrigens bei uns dann auch die Zeit umgestellt - mit den Kids hieß das aber einfach nur das sie dann um 4:45 anstatt um 5:45 aufgewacht sind - da war ich doch schon sehr froh, dass Annki und ich nicht abreiten mussten und den ganzen Sonntag im Bett gelegen haben.

Uund.. ja jetzt ist das auch schon vorbei. Genau so wie insgesamt 1/3 meines AuPair Jahres. Langweilig wird es trotzdem nicht, man hat praktisch gar keine Zeit zum durchatmen. Wenn man jetzt durch die Straßen läuft wird man zwar nicht mehr angesprungen und sieht keine Skelette mehr - dafür sind jetzt aufblasbare Truthähne an deren Stelle getreten, das Essen ist schon bestellt und alle bereiten sich auf Thanks giving vor. Und ja, ich habe auch schon 2x "All I want vor Christmas" gehört und der Weihnachtsbaum steht schon fertig geschmückt in der Mall. Es geht weiter.













Achterbahn

Ich mache es mir heute einfach mal sehr leicht. Laura hat auf ihrem Blog einen Text geschrieben, den ich unglaublich gut und komplett passend fand, deswegen klaue ich ihn einfach mal - ich habe natürlich gefragt :-)

 (..)Eine schöne Ablenkung vom Alltag. Einem Alltag der an den meisten Tagen jedoch selbst einer Achterbahn gleicht. Einem Alltag auf den ich mich so lange gefreut habe und einem Alltag von dem ich mir Stabilität erhofft habe, eine Stabilität die immer noch suche.
Wie auf einer Achterbahn wird man erst langsam nach oben gezogen. Die Laune steigt und der Optimismus wird immer größer. Alles ist ein großes Abenteuer, alles scheint machbar. Wenn man dann oben ankommt gibt es immer eine kleine Pause. Man möchte grade anfangen die schöne Aussicht zu genießen, da neigt sich der Waagen langsam über den Abgrund. Es fehlt nur ein letzter kleiner Anstoß. Ein blödes Missgeschick, eine stressige Situation oder eine gut gemeinte Nachricht aus der fernen Heimat. Und plötzlich fällt man. Erst ganz langsam. Ein kalter Kloß bildet sich im Bauch und die kleinste Kleinigkeit kann einen auf die Palme bringen. Dann immer und immer schneller. Das große Ganze geht einem auf die Nerven. Die Straßen sind zu breit, die Autos sind zu langsam und überhaupt ist alles doof. Man fällt weiter und weiter ins Bodenlose. Bis, ja bis man seine Flügel aufspannt. Denn eins ist nicht zu vergessen, die Kunst am Fallen ist das Fliegen. Hin und wieder spannt man seiner Flügel von ganz alleine auf, weil man nicht mehr fallen möchte. Spricht sich selbst den Mut zu, macht sich positive Gedanken und schon greift der Wind unter den Flügeln und reißt einen wieder nach oben. Hin und wieder aber vergisst man zu Fliegen weil man sich viel zu viel aufs Fallen konzentriert. Dann muss von irgendwo ein Anstoß her. Ein par aufmunternde Worte, ein tolles Erlebnis oder einfach ein aufrichtiges “Ich hab dich lieb” kombiniert mit einem strahlenden Kinderlächeln. Und plötzlich fällt einem das Fliegen wieder ein. Der Optimismus kommt zurück und man steigt wieder nach oben. Irgendwann kommt dann der nächste Abhang mit dem nächsten kleinen Anstoß und das ganze geht von vorne los. (..)

Mehr will ich dazu auch gar nicht sagen. Hier kommt ihr zu Lauras Blog. Und nächste Woche bekommt ihr endlich den Halloween Eintrag - ich freue mich schon darauf ihn zu schreiben ! :-) 

Atemlos

Eeeees ist gar nicht so leicht hier doch alles hin zu schreiben, was passiert oder was ich mache. Aber egal, ich gebe mein bestes :D

Ich hab ein super Wochenende hinter mir. Eigentlich war sogar die ganze Woche top.
Montag war Columbus Day - das heisst natürlich Schulfrei. Ich muss sagen, ich weiss nicht wie ich den ganzen Sommer mit allen drei Zuhause überlebt habe, auch wenn ich es total genossen habe, noch einmal etwas größeres mit allen zusammen unternehmen zu können. Weil das Wetter atemberaubend schön war und der Herbst hier einfach ein Traum ist - die Bäume sehen teilweise aus wie angemalt - bin ich mit ihnen in einen Zoo gefahren. Mit Ziegen, Affen, Lamas, Vögeln und allem was man sonst noch irgendwie füttern kann. Wir hatten echt schönen Tag da, von Picknicken bis Fotos mit sämtlichen Tieren machen, jeder hatte irgendwas woran er Spaß hatte und es war echt schön !

Diese Woche stand auch wieder ein Cluster-Meeting auf dem Plan - ein Fussballspiel von einer University. Ich würde euch gerne etwas von dem Spiel erzählen, habe aber leider keine Sekunde aufgepasst weil ich alles andere aufregender fand :-D Aber die Zeit wird hier rückwärts gezählt.
Einen kleinen Intelligenztest gab es natürlich auch noch, Ann-ki und ich wollten eine Brezel holen, haben bezahlt, anstelle von einer zwei bekommen und wollten natürlich sofort ausdiskutieren, dass wir nur eine bestellt haben. Kann ja auch keine zwischen den Zeilen lesen, dass Zwinkern, grinsen und nicken das gleiche aussagen wie "die zweite schenk ich euch."
Sehr cool :-)

Ich würde Halloween gerne in jeden einzelnen Beitrag einpacken, weil es einfach so so so viel mehr ist als ich ohnehin schon erwartet habe, ich warte aber bis November um dann den ganzen November zusammen zu fassen. Ihr habt ja keine Vorstellung wiee verrückt es ist  !


Der eigentlich wichtige Teil war aber mein Sonntag. Ziemlich spontan bin ich mit Laura zu Six Flags in D.C. gefahren, das ist so ein Freizeitpark. Lauras Hostmum war so lieb und hat mir ihren Season-pass ausgeliehen, weswegen wir zum Glück nichts bezahlen mussten :-) Es war unglaublich leer, wir mussten nie anstehen sondern konnten immer einfach durchlaufen, es war perfekt. Nur leider auch sehr kalt, das super Wetter ist jetzt glaube ich langsam vorbei. Aaah da nur eben nebenbei : ich beneide euch noch nicht um den Schnee und finde es super witzig :-D Viel Spaß damit !
Zurück zum Thema, der Park ist super! Alles ist so viel schneller und höher und verrückter als ich es jemals in irgendetwas vergleichbaren Zuhause erlebt habe. Man sitzt nicht nur, sondern liegt auch auf dem Bauch, steht, es hat einfach Spass gemacht.
Die Achterbahnen gibt es auch alle auf Youtube, falls ihr eine Idee davon haben wollt könnt ihr
HIER klicken :-)

Abschließend sind wir Abends noch ins Kino gegangen. Ich kann jedem nur empfehlen, guckt euch the Walk an. Ich will nicht verraten, weil sonst der Effekt vom Film vollkommen verloren geht, es geht aber um einen Seilläufer, der sein Seil zwischen die Türme des World trade Center spannen will. Ich hatte vorher noch nie davon gehört - aber es ist alles genau so passiert und wir haben wirklich mehr als einmal aufgehört zu atmen, weil die Spannung nicht mehr auszuhalten war. Unglaublich gut! Das ist der Trailer :-)

Das war jetzt ein etwas trockener nicht so aufregender Beitrag, ich wollte ihn aber trotzdem machen, weil ich dieses Wochenende einfach richtig glücklich war, auch wenn das super komisch klingt wenn ich mir das jetzt noch einmal durchlese. Es kam wieder eine neue Welle Aupairs und jetzt sind wir diejenigen, die sagen, dass sie schon fast 4 Monate hier sind und alle anderen sagen, dass ihnen das noch so weit weg erscheint. Verrückt.



Deutsch

Ich. kann. nicht. kochen.
Schon ziemlich lange wollte ich für meine Gastfamilie Reibekuchen machen, muss ja jeder mal in seinem Leben probiert haben. Damit das auch einigermaßen klappt, hab ich mir extra das Rezept von meiner Oma schicken lassen.
Angefangen hat der Spaß damit, dass ich keine Küchenwaage gefunden habe und die Kartoffeln mit meiner Kofferwaage abgewogen habe - da hätte ich die ganze Aktion lieber schon abbrechen sollen.
In der Pfanne ist der ganze Kram immer wieder auseinander gefallen, weil ich die Eier vergessen habe.. und im Endeffekt hat der ganze Aufwand nach nichts geschmeckt. Meine Gastfamilie hat aber immer wieder gesagt wie suuuper lecker es doch ist - und so schnell zerstört man das Bild vom deutschen Essen :D

Wenn man für eine längere Zeit in einem anderen Land lebt, fängt man natürlich irgendwann an, alles zu vergleichen und es fallen immer mehr Unterschiede auf. Das muss nicht unbedingt schlecht sein - passiert aber. Und weil das in der letzten Zeit immer mehr vorkommt, wollte ich hier ein paar festhalten.
(Das gilt alles nur für meinen Ort und die Umgebung - natürlich kann das im nächsten Staat schon ganz anders sein)

1. Straßenverkehr:

Langsamer, chaotischer, gefährlicher. Das sind die Wörter, die mir einfallen, wenn ich das Fahrverhalten in Amerika und Deutschland vergleiche.
Zum einen sind die Geschwindigkeitsbegrenzungen hier super niedrig, ich würde super gerne nochmal die 100 km/h knacken - geht aber leider nicht ohne das Speed limit zu überschreiten.
Desweiteren wird grundsätzlich von rechts überholt, bei rot darf rechts abgebogen werden (was ich super cool finde), Rechts vor links gibt es zwar, es gilt aber eher das größere Auto gewinnt und darf fahren und du könntest auch 20 Minuten warten, bis dich ein Ami in seine Spur lässt. Das passiert hier nicht, du musst einfach dreist sein und dich  durch jede noch so kleine Lücke quetschen - witzig finde ich, dass es aber auf der anderen Seite auch nicht verstanden wird, wenn du anhältst, um jemanden rein zu lassen. Das löst nur Verwirrung aus und wird deswegen nicht mehr gemacht.

Achja - und wenn hier an etwas gespart wird, dann ist das definitiv die Straßenbeleuchtung, mit viel Glück kommt auf manchen Strassen alle 300 m eine Laterne.

2. Zahlen :

Ein Unterschied, mit dem ich hier schon echt viele Fehler gemacht habe.
Zum Beispiel wird das Datum hier anders geschrieben. Was bei uns der 11.10.2015 ist wäre hier der 10.11.2015. Es kommt also erst der Monat und dann der Tag - was mich am Anfang echt oft verwirrt hat und ich musste mehr als einmal das aufgeschriebene durchstreichen und neu anfangen.
Zweitens wird hier die eins grundsätzlich nur als Strich gemacht - machst du es anders wird es als sieben aufgefasst und das könnte dir beim Trinkgeld aufschreiben bei einer Rechnung schonmal das Genick brechen.
Und was ich total lustig fand und auf dem Oktoberfest heraus gefunden habe - wir zeigen die Zahlen anders mit den Fingern.
Wie zeigst du "zwei" mit den Fingern? Wie zeigst du "drei" mit den Fingern?
Ich benutze den Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Und damit wird man dann als "nicht-Ami" identifiziert, hier wird nämlich Grundsätzlich der Daumen nur mit gezeigt, wenn alle 5 Finger im Einsatz sein müssen. Ein ziemlich unnötiger Fakt - fand ich aber lustig.

3. Essen

Ich bin immer die einzige am Tisch, die sich ein Messer holt. Wenn es nicht unbedingt sein muss, reicht für die anderen die Gabel und ein Löffel, das Fleisch kann im Notfall auch mal mit der Schere geschnitten werden. Ich weiss von anderen AuPair Mädels, dass es bei ihren Familien genau so ist und finde das witzig, dass sogar so Kleinigkeiten die für mich zuhause vollkommen normal waren in einem anderen Land anders sind.

4. Geld

Das liebe ich hier - so etwas wie 4,99 gibt es nicht. Es wäre 4 $ oder 5 $. Allerdings sind die Steuern nie im Preis auf dem Schild mit inbegriffen und somit kommt an der Kasse doch immer noch ein wenig drauf. Und so gut wie niemand bezahlt hier mit Bargeld - es ist leichter und schneller einfach immer schnell die Karte durch zu ziehen.

5.Post

Ihr kennt doch bestimmt alle diese typisch Amerikanischen Briefkästen mit dem roten Schild an der Seite, das hochgeklappt werden kann. Ich habe immer gedacht, das rote Schild wird hoch geklappt, wenn der Postbote da war, und man erkennt daran, dass man Post hat.
Falsch gedacht - es ist praktisch andersherum und ein ziemlich cooler Unterschied zu Zuhause. Wenn man selber einen Brief zu verschicken hat, macht man ihn wie gewohnt mit Briefmarke und Adresse fertig - dann legt man ihn in den eigenen Briefkasten und klappt das rote Schild hoch. Der Postbote weiss dann, dass er etwas aus dem Briefkasten mitnehmen muss. Spart wieder ein paar Wege :-)


6.Müll

Das ist für heute der letzte Unterschied, den ich aufschreibe. Ich könnte noch 2047949 andere schreiben, aber dass kommt irgendwann anders mal :-)
Ich habe noch nie so viel Müll produziert oder es überhaupt wahrgenommen, wie hier.
Es ist unglaublich, grundsätzlich ALLES ist in Plastik eingepackt, manchmal sogar mehrfach. Alles wird in Zip-Beutel gepackt, fast überall Plastik Geschirr und Besteck benutzt, für fast jeden Gegenstand bekommt man eine eigene Tüte, Pfand gibt es nicht und nichts wird zwei mal benutzt. Eine meiner alten Lehrerinnen würde Wahnsinnig werden.



Ach und zum Abschluss, weil mich das einige schon gefragt haben. Jetzt, wo ich es auch meiner Gastfamilie mitgeteilt habe, kann ich es auch hier öffentlich schreiben - ich werde nicht verlängern. Wenn  ich mich dafür entschieden hätte - dann wäre die Familie der Grund gewesen. Aber alle Mädels mit denen ich hier etwas mache wären dann nicht mehr hier, alle Ereignisse wären nicht mehr neu und mein Zuhause würde sich noch ein weiteres Jahr ohne mich weiter entwickeln - so toll es hier auch ist, ein Jahr ist dafür genug und ich freue mich, in 10 Monaten wieder mit meinem Polo durch mein Wermelskirchen zu fahren :-)
Gute Nacht euch allen!

3/13

Offiziell ist es erst in zwei Tagen so weit, aber ich habe jetzt gerade Zeit und Lust einen Eintrag zu schreiben, also : Wahnsinn, ich bin schon 3 Monate hier. Oder anders gesagt, 1/4 der Zeit in meiner Gastfamilie ist schon rum, die Putzfrauen kommen nur noch 18 x, ich fahr nur noch 11 x in die Bibliothek für neue Bücher. Wenn ich mir die letzten Sachen durchdenke habe ich immer das Gefühl, ich bin übermorgen schon Zuhause, aber 9 Monate (+1 Reisemonat) ist doch schon noch ein Weilchen, in dem ich so viel erleben kann!

Was ist passiert..

Ann-ki und ich waren auf einem Oktoberfest in Washington D.C. Der Eintritt hat einfach mal 25$ gekostet - für diejenigen die kein Bier trinken durften. Um das auch jedem zu zeigen, haben wir zwei fette D's auf die Hand geschrieben bekommen. Wir wollten aber unbedingt sehen, wie die Amis unser Deutsches Fest feiern!
Also sind wir tapfer in unserem Dirndl über das kleine Gelände marschiert, haben Reibekuchen gegessen - das erste deutsche Essen, dass ich hier gar nicht mal sooo schlecht fand :-) und anderen beim Bier trinken zugeguckt. Ein paar Leute hatten sogar Dirndl an - allerdings diese super kurze Karnevals Version mit Strümpfen bis über die Knie. Mein Highlight des Tages war, als das Flieger Lied gespielt wurde - wir waren zwar die einzigen die auf Deutsch mit grölen konnten aber das hat für die 3 Minuten richtig Spaß gemacht und gut getan. Nachdem wir dann 38942 x die Frage beantwortet haben, ob das Oktoberfest bei uns genau so abläuft haben wir uns auf den Weg zum National Harbor gemacht - ich muss zu meiner Schande zugeben, dass das was ich im letzten Eintrag über den National Harbor gesagt hab nicht stimmt, wir waren ganz offensichtlich an der falschen Stelle :-D Riesen groß ist er zwar trotzdem nicht - dafür jetzt aber mein neuer Lieblingsplatz in der D.C. Umgebung, zum sitzen etc ist es da super super schön.


Ich habe mit meiner Gastmama am Samstag aussortiert - und ich bin  sogar super stolz. Ich habe sie schon öfters gefragt, ob wir uns von den 1000 Spielsachen, die von den Kids eh nicht benutzt werden nicht mal verabschieden könnten, sie hat aber immer gesagt, dass sie glaubt, sie werden damit irgendwann wieder spielen oder es wird etwas emotionales damit verbunden. Samstag hat sie mich dann aber gefragt, ob ich ihr beim aussortieren helfen kann und ich dachte, jetzt kommen vielleicht so ein zwei Autos und zwei Bälle weg. Pustekuchen - zwei riesengroße Kisten gehen zum nächsten Gartentrödel und 2 genau so große wandern sofort in den Müll - nach 6 Stunden durch sämtliche Stiftboxen und Kramkisten kämpfen. Im Spielzimmer ist jetzt endlich alles an seinem Platz und man fühlt sich noch viel wohler als ohnehin schon. Der Kampf hat sich gelohnt :-)



Der Herbst ist endlich komplett angekommen und ich musste mich komplett neu einkleiden - bzw ich arbeite noch dran. Es regnet jetzt sehr oft und die täglichen Spielplatz Zeiten sind vorbei. Einigen von euch habe ich ja schon die Ohren voll gejammert, ich hatte eine ziemlich schwere Zeit mit meinem mittleren Gastjungen. Die Kids sind hier von 8:20-15:15 Uhr in der Schule, ich finde, dass das für einen 5 Jährigen zu lange ist. Das hat sich dann natürlich immer mit einer unbeschreiblichen Müdigkeit gezeigt und kombiniert mit Grenzen testen macht dass dann besonders Spaß und ich bin hier den ein oder anderen Tag wirklich durch die Hölle gegangen. Er hat jetzt aber begriffen, was geht und was nicht und wir haben das im Griff.
Und wenn dann abends drei kleine Schlafanzug Monster in dein Bett gekrabbelt kommen, dir einen Kuss auf die Wange sabbern und du das Gute-Nacht-I-Love-You gerede hörst, weisst du, dass du genau da bist, wo du gerade sein solltest :-)

So und zum Abschluss, bevor ich noch 50 andere Themen anreisse, die ich aber lieber in den nächsten Eintrag packe :
An alle die mir gesagt haben "Du kommst doch eh nach 3 Monaten nachhause" - Ich sitze noch hier. Und mir gehts gut ;)